Gitarre Lackieren

Lackierte Gitarre

Ich male selbst eine E-Gitarre. Einer der wichtigsten Bestandteile einer Gitarre ist ihr Lack. Die Gitarre lackieren: Was für Farben und wo bekommt man sie?

Guitarrenbauer Frank Deimel erläutert die Grundzüge einer kostengünstigen Gitarrenlackierung und gibt Ihnen vielfältige Hinweise für die reibungslose Ausführung einer Gitarrenlackierung auf Hobby- und Heimbasis! Aber nach reiflicher Überlegung wurde mir bewusst, dass ein qualitativ hochwertiger, professioneller Neuanstrich mitunter zwei- bis drei Mal mehr kosten kann, als das Original des zu lackierenden Instruments.

Manche von ihnen haben billige Guitarren, ebenso wie derjenige, der mir die dazugehörige Anfrage gestellt hat - was ihnen einfach nicht gefällt, weil diese lustige Farbgebung damals in Korea oder China einwandfrei angewendet wurde, aber auch Zentimeter dick mit Polyesterfarbe für alle Ewigkeiten. Das mag eine knifflige Angelegenheit sein, aber nicht ohne Haftungsausschluss: Grundsätzlich möchte ich darauf verweisen, dass eine qualitativ hochstehende Lackierarbeit nur mit der entsprechenden Ausstattung und viel Know-how erreicht werden kann.

Zum einen wurde es mehrmals verändert und mit wenigstens drei unterschiedlichen Farbschichten verschiedener Art gestrichen bzw. gestrichen (Abb. 1). Bevor Die Zubereitung ist tatsächlich der schwierigste und aufwendigste Teil der ganzen Story. Lockern Sie vor allem den Nacken vom Körper (natürlich nur, wenn er aufgeschraubt ist!) und schrauben Sie die Mechanik ab.

Und wer jetzt ermüdet lacht, dem möchte ich sagen, dass ich schon mal einen Fall erlebt habe, wo man die Tuner sauber streichen wollte, kein Spruch! Wenn eine Gitarre mit geklebtem oder durchgehendem Halsausschnitt nachlackiert werden soll, wird alles, was nicht gestrichen werden soll, z.B.

Die Griffbretter, die Spindel kästen, der Nacken oder die Spindelkästen müssen sauber abkleben. Was soll die neue Farbe sein? Welche Farben sollte man eigentlich malen? Will ich nur eine andere Deckschicht, oder will ich eine schmalere Oberfläche, damit mein Körperholz endlich ungehindert durchatmen kann? Auch ein transparenter Lack, auch in passenden Farben?

Sie sind nicht untereinander vermischbar, aber man kann sie aufeinander malen und wieder anschleifen, was sehr spannend wirkt; Rockinger hat das in den 80er Jahren gemacht, Tyler Gitarren machen es noch heute erfolgreich. Falls das zu lackierende Material in einer transparenten Farbe gehalten werden soll, kann es zuvor nur in Farbe gebeizt werden.

Von der Idee, einen transparenten Farblack oder gar einen Sonnenbrand zu schaffen, sollte man jedoch absehen. Allgemeiner Tipp: Achten Sie beim Lackieren immer darauf, dass die Chemiekompatibel ist! Bleiben Sie bei einem Farbsystem, wenn Sie sich dazu entschlossen haben! Sollten Sie eine neue Farbe auf eine bestehende Farbe unbekannten Ursprungs aufbringen, führen Sie eine kleine Probelackierung in einem späteren unsichtbaren Bereich (z.B. Elektronikfach) durch!

Als Horror-Szenario dient eine mit lösemittelhaltigem Scheibenlack aus einem Heimwerkermarkt bemalte Gitarre, die mit einem Acrylharz-Spraydosenlack übermalt und anschließend wieder mit Leinöllack abgedichtet wurde. Gehen wir zur Gitarrenmalerei! Zuerst sollte die gesamte Farbe geschliffen werden, um Irritationen, d.h. Chemikalienunverträglichkeiten mit anderen Farben zu vermeiden.

Hierbei frage ich zunächst nach dem Schleifen (320 nasses Schleifpapier, gebraucht trocken) eines nicht einsehbaren Bereiches (z.B. Elektrofach) und nach einem Testlack mit der neuen Farbverlauf. Wenn das gut funktioniert, d.h. wenn die neue Lackierung gut trocknet (übernachten! ), können Sie die vorhandene Lackierung tatsächlich schleifen (Nassschleifen (400 bis 600 mm, in Seifenlauge, lauwarmes Seifenwasser und Sand mit einem Softblock ), und die neue Lackierung nach einem Tag Trockenzeit vorsichtig mit einer Spraydose anbringen.

Bei Bedarf kann auch auf das 150er oder das 180er Blatt verzichtet werden, wenn dies zu kompliziert oder zu aufwendig ist. Sehr gut eignen sich so genannte Lackschliffpapiere, die beim Abschleifen nicht verstopft sind. Zudem ist das Gewebe-Schleifband sehr beständig im Vergleich zu den meisten Baumarkt-Schleifpapieren, bei denen im Nu mehr Körnungen vom Schleifpapier abgetragen werden als vom Firnis (Bild 3 und Bild 4).

So genannte Abstreifschilder, Metallplättchen, die am Ende einen spitzen Schnitt haben und mit denen man die Farbe sehr gut wegkratzen kann, sind eine sehr gute Unterstützung, besonders für den Rahmenbereich. Hier sind einige Tips zum Schleifen: Gerade am Beginn, wenn die Dinge noch recht rau sind, kann es vorkommen, dass der wunderschöne Rahmen des Körpers rundlicher wird als er war.

Ist die Farbe weg und das Material erscheint, ist die Schleifarbeit beendet. Außerdem sollte nur in Faserrichtung geschliffen werden. So lange Sie noch auf Firnis schmirgeln, können Sie auch kreuzweise vorgehen. Aber Vorsicht: Sobald es Kratzer im Wald gibt, ist es schwer, diese wieder herauszuschleifen.

Wenn das zu bemalende Teil, was auch immer es ist, völlig frei von Farbe ist, waschen Sie bitte das rohe Material. Das kann auch zwischen den verschiedenen Schleifstufen geschehen, was lediglich zur optischen Unterscheidung von Farbe und Material beiträgt und die Poren des Holzwerkstoffes quellen läßt, so daß die Grobkratzer wieder auftauchen.

Zuletzt die Fläche gegen eine Lichtquelle halten und prüfen, ob das Material noch Farbflecken aufweist. Dann werden diese nach dem Trocknen wieder sauber abgetragen, so dass man es mit einem rauen, aber dennoch gut abgeschliffenen Holzstück zu tun hat. Nach dem Feinschliff, d.h. ohne erkennbare Kratzspuren, und dem Gefühl, weich wie ein Kinderboden zu sein (Qualitätssiegel des Tischlermeisters!), ist es Zeit, das gute Teil zu streichen.

Nachdem die alte Farbschicht erfolgreich entfernt wurde, erläutere ich nun den Bau einer neuen Farbe mittels kommerziell erhältlicher Spraydosen, da ich davon ausgehe, dass nur wenige von uns Guitarristen über eine Farbkabine mit Verdichter, Saugsystem und verschiedenen Spritzpistolen verfügten. Bei der hier beschriebenen Technik wird ein geschlossenporiger, glänzender Firnis aufbereitet. Es sind folgende Werkstoffe (Bild 1) vorzusehen: eine geeignete Farbe in Sprühdosen, Klebeband, feiner Lackschliff oder nasses Schleifpapier in den Korngrößen 400, 600, 800, 1200 oder 1500 bis 2000 (im Fachhandel erhältlich), ein Schleifblock (Kork), Schleifpasten in verschiedenen Glanzgraden (grobe und feine Schleifpasten sind ausreichend) und Poliertücher (altes Baumwoll-T-Shirt).

Besonders praktisch ist eine ca. 50 cm lange, schlanke Holzleiste, die in die Tasche eingeschraubt wird, um den Körper, wenn es sich um einen mit verschraubtem Nacken handelt, während des Lackiervorgangs zu fixieren (siehe Abb. 1). Für Instrumente mit geklebten Nacken wird ein Schraubauge mit dem Durchmesser der Gurtinhaltsschraube in das Bohrloch des Gurthaltestiftes gesteckt, damit die Gitarre beim Lackieren an einen (Metzger-)Haken gehängt werden kann.

Es ist ratsam, den Greifer in einen rotierenden Karabinerhaken zu stecken, damit das ganze Gerät während des Lackierens von allen Seite besprüht werden kann, ohne es neu aufhängen zu müssen (Bild 2 und 3). Einen Haftungsausschluss vorab: Lackieren Sie ausschließlich im Außenbereich oder in einer Tiefgarage und verwenden Sie dazu unbedingt eine Atemschutzmaske!

Von diesem Hersteller gibt es Füllstoffe, Farbtöne (in RAL-, Sikkens und NCS-Farben, s. Abb. 4) und Hochglanzfarben, und die reine Farbwirkung ist durchaus mit einer fachgerecht durchgeführten Lackierung vergleichbar. Ein Oldtimerlack kann ohnehin nicht mit Nitrospraydosenlacken imitiert werden, da sich zu viele Enthärter in der Lackdose befinden, um ein Verstopfen der Kunststoffdüse zu verhindern.

Die Lackierung erfolgt immer quer, d.h. zuerst auch vertikale Stege, dann sogar horizontale Stege, ohne den Spritzstrahl zu stören (siehe Abb. Also evtl. etwas vorab trainieren, um ein Gespür für die Applikation mit der Sprühdose zu haben. Die Orangenhaut muss wieder flach abgeschliffen werden, ebenso wie die Läufer, und beide sind gleichermaßen schwer, da man mehr schleifen kann, als man malt, und das Ganze wird einmal sehr umständlich.

Doch: Das ist das Malerkreuz, und je mehr Erfahrungen Sie sammeln, je mehr werden Sie sicher. Die folgende Abbildung zeigt den Aufbau einer korrekten Bemalung (Abb. 6). Durch Abschleifen wird die übermäßig dargestellte Ungleichmäßigkeit des Waldes angeblich ausgeglichen, aber eine glatte Lackschicht wird erst durch das Einebnen der Gebirge und Senken erzeugt.

Man füllt die Bergtäler auf und schleift die Bergspitzen ab, bis der Firnis sie mit Freude bedeckt und dank mehrerer Lagen das Waldstück umgibt und es vor allen Missständen von außen absichert. Allgemeiner Tipp: Wenn Sie im Freien malen, was wegen der frischen Luft wirklich sein sollte, wenn möglich in Richtung Wind, damit sich der Farbnebel nicht trifft!

Zuerst müssen die Poren des Holzes trotz guter Schleifbarkeit mit einem Primer mit einer Maserung von 320 versiegelt werden. Bei größeren Mängeln oder Fehlstellen sind diese je nach Fabrikat mit einem farblich passenden Spachtel aus Holz oder, bei deckenden Lacken, mit einem Grundfüller in den Farben hellgrau oder weiss zu füllen und zu schleifen.

Fremdfabrikate wie z.B. Spachtelmassen unbekannten Ursprungs müssen vorab auf Kompatibilität mit den eingesetzten Farben geprüft werden! Jetzt ist es an der Zeit, den Primer aufzubringen. Soll die Maserung des Holzes später durchscheinen, muss dies eine transparente Grundanstrichfarbe sein; für die vollflächige Bemalung wird ein weisser Spritzspachtel verwendet. Der Primer verschließt einfach die Holzpore, denn nichts ist lästiger, als immer wieder einen Firnis zu sprühen, der angenehm in die Pore sinkt.

Es ist daher besser, besonders auf dem Holz des Kopfes, wo die Faser geschnitten wird, feingeschliffen zu werden. Man sollte hier den Porenspachtel oder die Primer gut fest anbringen, aber Vorsicht, keine Ausläufer! Dann ist es jetzt nicht mehr so schlecht, denn der Primer kann auch mit 320 oder 400 Blatt Trockenschliff versehen werden.

Weil Porenfüller nur in Primerform nach deutschen Herstellern erhältlich sind, müssen wir uns mit dem Befüllen und Abschleifen der gängigen Primer auseinandersetzen. Ein " transluzentes Vintage-Gelb " oder ähnliches Transparent lässt sich, wie bereits in der ersten Episode beschrieben, mit den hier zur Auswahl stehenden Hilfsmitteln nicht malen.

Wenn das Rohholz nicht zuvor eingefärbt wurde (SIOS beachten!). Der Grund dafür ist, dass ein transparenter Lack durch Zusatz von so genannten Patinierungsmitteln oder Beiztinkturen aufgetragen wird, die einen klaren Lack in einer transparenten Farbe färben, aber noch nicht im Spraydosenformat sind. Wenn ja, färben Sie das Rohholz zuvor ein und sichern Sie es über Nacht mit einer klaren Grundanstrichfarbe, nachdem es vollständig getrocknet ist.

Es ist besonders darauf zu achten, dass der Fleck nicht durch nachlässiges Abschleifen beseitigt wird, da sonst das Material plötzlich wieder durchscheint. Danach kann man einen kleinen Fleck abtupfen, am besten aber mit genügend Schichtdicke oder nach mehrmaligem Auftragen der Vorbehandlung.

Die in den Produktinformationsblättern angegebenen individuellen Trocknungszeiten sind zu berücksichtigen. Nach ausreichender Glättung der Grundanstriche und kaum spürbarer Narbenbildung kann die Farbe aufgetragen werden. Dies kann drei- bis vierfach mit Zwischenschleifen ( "nass") durchgeführt werden, aber seien Sie sehr vorsichtig beim Nachschleifen!

Ein letzter Tip zum Nassschleifen: Alle Bohrungen oder andere Bereiche, in die Feuchtigkeit gelangen kann, sollten mit Wachs geschlossen werden (Kerzenwachs, trocknen einreiben), sonst schwillt das Material unter dem Firnis an und es entstehen unschöne Einrisse! Besonders der empfindliche Schliff am Ende ist sehr bedeutsam, denn erst wenn eine ebene, seidig-matte Fläche durch Nassschleifen mit 1.200er Papieren erreicht wurde, kann mit dem Schliff begonnen werden (Abb. 8).

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