Taylor 214
Schneider 214Die Taylor 214 CE - Blues'n'Rock-Schule Stuttgart
Die 1994 von Bob Taylor erfundene Bauweise des Großen Auditoriums ist zu einem modernen und mehr oder weniger erfolgreichen Bauklassiker geworden und wurde von vielen namhaften Firmen "übernommen". Aber Taylor kennt das Kochrezept wie kein anderer und wird nach wie vor mit dieser Art verbunden - und zu Recht baut sie das Urmodell. Der Korpus eines Großen Auditoriums befindet sich zwischen einem OM (Orchestra Model) und einem Amphitheater.
Taylors Aufgabe war es, einen neuen, frischer Klang zu schaffen, der zwar lauter ist als ein Schlappschwanz, aber nicht ganz so bassstark. Taylor-Gitarren sind nicht ohne Grund eine der gefragtesten auf dem heutigen Musikmarkt. Die Taylor 214 CE ist ein großes Hörsaal mit Cutaway und Pickup.
Taylor's Reputation für ultimative Flexibilität ist zu vermuten, obwohl wir es mit einem Einstiegsmodell von Taylor zu tun haben. Auch wenn es merkwürdig klingen mag, für einen stolzes, vierstelliges Honorar wird hier "nur" eine in Mexiko gefertigte Konzertgitarre geboten, die von einigen befangenen Guitarristen in kürzester Zeit als "no real Taylor" klassifiziert werden kann.
Desweiteren ist der 214CE mit einem Piezo Pickup ausgerüstet, der über die Taylor-typischen Bedienelemente am Rahmen gesteuert werden kann: Bässe, Diskant und Volumen lassen sich komfortabel und nahezu unsichtbar einstellen. Hier gibt es viel zu berichten, denn der Taylor sticht nicht nur durch seine Bauweise aus der Menge heraus.
Er ist nicht viel kleiner als ein sogenannter Durstlöscher, aber er ist beim Spiel anders - meiner Ansicht nach etwas mehr. Die Taylor liegt im Saitenabstand: Die Saitenabstände sind messtechnisch grösser als bei den meisten Westerngitarren. Mit der Spielbarkeit seiner Gitarre hat sich Taylor über die Jahre einen exzellenten Namen gemacht.
Ich konnte das selbst beinahe jedes Mal überprüfen, wenn ich eine Taylor in der Tasche hatte. Es gibt natürlich auch hier, wie bei allen anderen Holzblasinstrumenten, Unterschiede zur Regel, aber die Gitarren von Taylor sind hinsichtlich der Spielbarkeit sehr konsistent. Auch bei der Westerngitarre kann ich mir kaum eine andere Gitarre aussuchen.
Für unsere Versuchsgitarre geht es sehr gut, ich habe bisher keine Kritiken, und um ehrlich zu sein, würde ich lieber weiterspielen, als diesen Report zu verfaßt. Sind Martin-Gitarren die Inbegriff für traditionelle Gitarrenklänge, dann ist Taylor wohl der bedeutendste Repräsentant für moderne akustische Klänge. Vor vielen Jahren spielte ich den ersten Taylor im Musikladen: Zuerst war ich durcheinander - so etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt - aber nach ein paar Augenblicken war ich begeistert und konnte die Guitarre nicht mehr aus der Hand geben.
Taylor hat seinen Guitarren einen satten und doch vollen Sound gegeben, der auf Anhieb erkennbar ist. Dieser Taylor-Sound ist mit dem Taylor 2.0CE mehr als überzeugend: Der Klang wird leicht von hohen Tönen beherrscht, ohne dass die Guitarre schlank wird. Die Bässe und Mitteltöne kommen nicht zu kurz, und die Lautstärke und die dynamischen Reserven sind immens.
Das beweist einmal mehr, wie vielfältig ein großes Aula ist. Der Taylor ist beim leisen, feinfühligen Rupfen ebenso behaglich wie beim Spielen des Plektrum mit einer harten Berührung. Mit seiner exzellenten Spielbarkeit macht das Solospielen mehr Spaß, als man mit westlichen Instrumenten sonst nur in den seltensten Fällen hat. Unglücklicherweise weiß ich nicht alle Details, die in den Taylor-Sound einfließen, aber einige davon sind wahrscheinlich in den besonderen Merkmalen dieser Gitarre zu finden.
Zur Brillianz trägt zum Beispiel die Schraubkonstruktion bei, denn alle Taylor-Gitarren haben aufgeschraubte, nicht verklebte Nacken. Ein weiterer Aspekt, bei dem Bob Taylor ein Vorreiter war. Auffallend ist auch die außerordentlich starke Wölbung der Basis, die zum eindrucksvollen Volumen des Taylor beizutragen hat. Der Taylor hat nicht notwendigerweise den vielfältigsten Vorverstärker (man kann oft einen Mitteltöner verwenden), aber er macht auf jeder Etappe eine gute Figur. Der Taylor ist ein echter Hingucker.
Die Konstruktion des Taylor kann natürlich lange diskutiert werden, und der Sound ist ohnehin immer eine Frage des Geschmacks, aber er hat vielleicht die vielleicht bedeutendste Charakteristik, die ein musikalisches Instrument haben kann: er ist eine Inspiration für den Mitspieler. Man wagt es, noch verrückter zu sein, denn die Spielbarkeit macht es möglich - das ist bei Western-Gitarren alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Die Gitarre wird nicht zwangsläufig besser, aber immer aufwendiger. Doch es gibt noch Hoffnung: Der Taylor 214 CE überzeugt mit Sound und Spielbarkeit zu einem vernünftigen und sowieso unschlagbaren Preis. Der Taylor 214 CE ist ein echter Alleskönner.