Fender Mustang Bass
Kotflügel Mustang BassKotflügel Mustang Bass PJ im Versuch
Exakt vor 50 Jahren hat Fender den Mustang Bass herausgebracht, der mit seiner gekürzten Skalenlänge vor allem Gitarristen den Wechsel auf den E-Bass erleichtern sollte. Bestimmte tonale Zugeständnisse waren mit der kurzen Skala verknüpft, obwohl der Mustang-Bass qualitativ sehr gut ist. Trotzdem hat sich der Kurz-Bass gut verkauft, auch wenn die Kurz-Skala von den wirklichen Bassspielern bald etwas diskreditiert wurde.
Für sein goldenes Firmenjubiläum bietet der Produzent dem Mustang Bass auch eine ausgewachsene Pickup-Baugruppe mit einer J-Single-Spule in der Stegposition und einer zweiteiligen P-Split-Spule in der Halsposition an. So ist der Mustang kurz und praktisch, aber grundsätzlich nach dem bekannten Prinzip der großen Fender-Bässe erbaut. Die offene Stimmmechanik und die einfache Metallwinkelbrücke mit getrennt verstellbaren Streichern entspricht ebenfalls dem Niveau der großen Bruder; in der derzeitigen PJ-Version kann der Mustang nun auch mit seinen Alnico Pickups mitgehen.
Einzig ihre Verschiebung ist etwas einfacher; es gibt keine stufenlos einstellbare Mischung wie beim Jazzbass, so dass man nur einen Lautstärkeregler plus Höhenregler im Poti-Feld findet. Das schwingende Saitenstück, das auf dem ersten Fender-Bass 34 (864 mm) war, wird als Skalenlänge bezeichne. Experimentierfreudig wurde diese Baulänge von Leo Fender als vorteilhafter Kompromiß zwischen angenehmer Bespielbarkeit und klarem Sound bestimmt - immerhin ist die herkömmliche Kontrabass-Skala mehr als einen Meter lang, und die rund 20 cm kürzer gewordene E-Bass-Skala war fast ein Kinderspiel.
Nicht nur die Länge der Saite ist einfach mit der Bespielbarkeit verbunden, sondern auch der Sound, denn mit zunehmender Länge der Saite - bei gleichem Stimmverhalten - wird die Saitenspannung enger. Der weichere, bassigere Sound einer kleinen Tonleiter oder die kontrollierte Saitenvibration eines langen Basses kann nun als Geschmackssache angesehen werden.
Der Kopfhörer stürzt trotz des schmalen Halsbereichs nach oben, wenn man beide Finger vom Bass entfernt, aber diese Kopflast ist nicht wirklich schwierig und lässt sich durch die allgemeine kompakte Bauweise des Instrumentes leicht kontrollieren. Das verhältnismäßig flache C-Profil des Halsbereichs vermittelt ein Gefühl des erwachsenen Spielens, so dass man in Sachen Musik recht mutig greifen kann und den Vorzug der geringen Bunddistanzen für Cartoons über das ganze Fingerboard ausnutzt.
Der Mustang ist werkseitig mit . 045 Streichern besaitet, was auch bei festerem Gang einen vollen Klangbild gibt. Die Mustang-Sounds mit dem Split-Coil-Tonabnehmer haben noch mehr Bassleistung als mit dem Precise, was aber durch den knöchernen Schall der J-Einzelspule auszugleichen ist. Daraus ergeben sich drei praktische Grundtöne - vom knackigen, trockenen Steg-Tonabnehmer über die breitbandige, ausgeglichene P/J-Kombination bis hin zur massiven Bassleistung der P-Splitcoil kann sich der Mustang im Band-Sound charakteristisch behaupten.
Die Mustang war schon immer ein besonderer Fender-Klassiker, der durch kurze Bünde besonders leichte Basslinien auch bei hohen Geschwindigkeiten erlaubt.