Yamaha sy
Das Yamaha-SystemWie oft ich ein Exemplar eines Sys77, TG77 oder Sys99 gekauft und dann wieder abgelehnt habe, kann ich nicht wirklich ausdrücken. Frische Bläser aus dem Yamaha-Synthesizer-Portfolio! Das Jahr 1989 ist der Name der neuen Leistung der Firma. Der Produzent verabschiedet sich von der reinen FM-Ära. Dabei ist die Selektion recht raffiniert und eine effiziente Konzentration, denn neben den 33 etwas speicherintensiven Instrumenten gibt es 22 Wave, 9 Type OSC Waveform, 12 Transienten und 15 Effekt-Samples sowie 20 Drum- und Percussions.
Zusätzlich können über den Kartenslot weitere Proben abgerufen werden und Yamaha stellt im Lauf der Zeit rund 30 verschiedene Set zur Verfügung. Dieser Bereich, genannt Multi-Stage Time Variant Filter, ermöglicht vor allem Resonanz, selbst bei einem Bereich bis hin zur natürlichen Schwingung, die mit einem Digitalfilter damals noch nicht gegeben war.
Der Hüllkurvenbereich des Filters besteht aus fünf Parameter und dem LFO, was den SY77 zu einem sehr eigenständigen und leistungsfähigen Sample-basierten Synthetisierer macht. Diese Bezeichnung steht für die Möglichkeiten der Modulation von AFM-Operatoren mit abgetasteten Schwingungsmodi. Weniger gesprächig sind die Veröffentlichungen Yamaha SY77 Cheater's Guides und Cookbook und Herbert Janssen's SY77/SY99 Programming Workshop, da kommt das RCM nicht vor.
Kurze Zeit nach der SY77-Präsentation, Ende 1989, sprach ich mit Yamaha-Soundprogrammierer Peter Jung und fragte: "Was machst du mit RCM und ist das gut für etwas? Hört euch das an, steht in der Playliste unter dem Namen 1989 PJ RCM. Beim SY77 gibt es jedoch einen speziellen Trick: den freien programmierbaren Suchalgorithmus, der ein Programm wie Emagic SoundDiver erfordert.
Es ist in der typischen Yamaha-Tradition sehr stabil aufgebaut. Die DX7II Reihe verfügt zwar über zwei frei definierbare Schieberegler, aber das SY77 hat diese nicht. Das SY77 ist sehr kraftvoll, vor allem im Vergleich zur vorherigen DX-Generation. Im Jahr 1990 geht der Traum vieler Musikanten nach einem Yamaha SY77-Expander in Erfüllung.
WÃ?hrend einige Konkurrenten die Erweiterungen ihrer ArbeitsplÃ?tze oft in 2HE oder auch nur in 1HE schlanken 19 Einheiten veröffentlichen, prÃ?sentiert sich der Yamaha TG77 in gestolzenem 3HE und mit dem sehr groÃ?em grafikfÃ?higem Anzeigeinstrument der Tastaturversion. KORGs Erfahrungen mit der Expander-Version des Korg M1 hatten ergeben, dass in der Rack-Version kaum Sequenzers verwendet werden, weshalb der Yamaha TG77 konsequenterweise auf einen Sequenzers verzichten muss und neben den beiden Stereo-Ausgängen der Tastaturversion weitere 8 individuelle Ausgänge zur VerfÃ?gung stellen kann.
Der Yamaha TG77 macht besonders in MIDI-Netzwerken eine gute Figur, s. Multimode-Beschreibung des SY77. Der Yamaha TG77 ist einer der wenigen Erweiterungen, die wirklich einfach zu konfigurieren und zu steuern sind, auch dank der großen Touch-Buttons und der übersichtlichen Menüs. Hier auch ein Ausschnitt aus der Original Yamaha-Broschüre von 1990.