Klarinette

Clarinette

Bei der Klarinette handelt es sich um ein Holzblasinstrument mit überwiegend zylindrischer Bohrung. Sie ist eine der jüngeren Holzbläser mit einem einzigen Rohrblatt und einer zylindrischen Röhre. Was die Klarinette betrifft: Wissen und Informationen, Meinungen, Adressen sowie Tipps und Tricks aus der Welt der Klarinette. Die Klarinette ist wie Oboe und Fagott ein Holzblasinstrument. Die Klarinette wird erst aus fünf Teilen zusammengesetzt.

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Bei der Klarinette handelt es sich um ein Holzbläserinstrument mit überwiegend zylindrischem Durchmesser. Die Klarinette ist in Bezug auf die Notengebung ein Transponierinstrument. Die Klarinette ist meist aus Grenadill-Holz, teilweise auch aus Buchsbaum, Eiche oder Plastik, kaum Metalle. Die Klarinette ist in fünf Einzelteile unterteilt, die mit verkorkten Stiften ineinandergesteckt werden: das Sprachrohr (zusammen mit dem Rohrblatt und dem Zungenaufsatz), die Trommel (auch Fässer genannt), das Oberteil und der (Schall-)Trichter (auch Tassen oder Türstürze genannt).

Ein kleiner Handgriff ist ebenfalls am Oberende befestigt, um das Gerät beim Spiel zu halten, unterstützt vom rechten Daumendruck. Je nach gewünschter Klangfarbe und Angewohnheit des Instrumentalisten werden Metall- oder Plastikhalter (beide Stimmzungen schrauben oder Ligaturen) zur Fixierung eingesetzt oder, im Falle des Systems Deutschland, ca. 50 cm lange Laubschnüre, mit denen die Mundstücke und Stimmzungen eingewickelt werden.

Klarinettenspieler benutzen unterschiedlich lange Tropfen, um das Instrument zu stimmten, aber die Tropfen können auch einige mm aus dem oberen Teil intoniert werden. Im Jahr 2008 entwickelten die beiden Bonnischen Klarinettenspieler Henry Paulus und Matthias Schuler eine kontinuierlich abstimmbare Klarinette, die nicht mehr ausziehbar ist. Die Klarinettenspielerinnen und Klarinettenspieler geben dann notiertes c.

Die Klarinette ist jedoch stimmlich sehr sensibel, da sie im Duodezimo überbläst und damit auch die Obertöne rasch unsauber werden. Es ist nicht mehr'gestimmt' - wie der Künstler sagt. Bei manchen Musikern kann man mit Hilfe des Approach auch einige Vibrationen hoch oder runter schalten, aber im Vergleich zu Querflöten, Fagott oder Oboe, die bei Bedarf weiter "herausziehen" können - und dann mit dem Approach leicht nachjustieren - ist der Tonumfang auf der Klarinette sehr eingeschränkt.

Es können auch andere Zusatzhandgriffe benutzt werden, die sich jedoch von Gerät zu Gerät leicht unterscheiden. Der durch den Musikanten in das Gerät geblasene Luftstrahl lässt die am Sprachrohr angebrachte Stimmzunge schwingen. Das Klarinettenspiel ist wie ein Zylinderrohr, das auf einer Seite verschlossen ist (am Mundwerkzeug verschlossen, am Einfülltrichter offen).

Die Klarinette erklingt also eine oktav niedriger als die Querflöte, die auf beiden Seiten eine offene Röhre mit halber Röhre ist. Da die Klarinette eine zylindrische Röhre ist, die auf einer Seite geschlossen ist, hat das Klarinettenspektrum im Chalumeau-Register (siehe unten) hauptsächlich geradzahlige Oberschwingungen (= ungeradzahlige Teiltöne).

Die Klarinette bläst aus dem selben Grunde in die Duodezim (d.h. von 1/4 bis 3/4 Wellenlänge) und nicht in die Oktav, wie die Querflöte oder das Saxofon, das durch die konische Röhre unterschiedliche Proportionen hat. Die Klarinette erhält dadurch einen großen Umfang (eine ganze Oktave mehr als z.B. Saxofon, Oktav, Oboe o.ä.).

Die Klarinette hat einen Umfang von nahezu vier Oktaven. 4. Dies ist der Name des tiefen, dumpfen Registers Chalumeau, da es dem Ton des Chalumeau entsprach, der noch nicht in ein höher gelegenes Registers einblasen konnte. Bei der Klarinette geschieht die Artikulierung in der Regel durch einen Stimmzungenschlag (auch Stimmzungenschub genannt), bei besonders weichen Tönen kann sie aber auch allein durch den kontrollierten, unterbrechenden Luftfluss erreicht werden.

Hauptunterschied besteht darin, dass die Gabeln für b und f nach h und f# verschoben wurden und die Handgriffe der kleinen Fingern durchgängig überflüssig sind, so dass die Böhm-Klarinette nicht die für die Klarinette typische Rollenverbindung zwischen den Tasten benötigt. Abgesehen von den Fingersätzen unterscheiden sich die französischen Klarinetten von denen der englischen Klarinette durch ein etwas größeres Sprachrohr, größere Kegelschnitte, mehr hinterschnittene Fingerlöcher und eine hellere Konstruktion.

Das Klangbild der Klarinette erscheint klarer, klangvoller und wärmer. Bei der Klarinette Albert System, die bereits 1850 in Belgien entwickelt wurde, handelt es sich im Grunde um eine Klarinette mit idealem französichen Ton und klassischem "deutschen" Fingersatz. In osteuropäischer Folklore und in einigen Jazzbereichen haben die in der Regel ein schlichtes Fingersystem, aber auch im Gegensatz zur franz.

Kürzlich wurden unter der Bezeichnung "Reform-Böhm" Clarinetten mit dem klanglichen Ideal der Klarinette mit Böhm-Griffsystem hergestellt und auf den Markt gebracht, und einige Clarinettisten verwenden auf der Klarinette einen franz. Weil auch die Breite der Spur, die Rückseite des Mundstückes, das Rohrblatt und nicht zu vergessen der Musiker selbst maßgeblich zum Klangerlebnis beiträgt, kann natürlich auch auf klassisch französichen Clarinetten ein warmes und auf deutschsprachigen Clarinetten ein schärferes Klangbild entstehen.

Zu den wenigen namhaften Klarinettenspielern in einem deutschsprachigen Ensemble erster Güte, die eine Böhm-Klarinette spielten, gehörte der Eduard Brunner aus der Schweiz. In der Klarinettenfamilie gibt es eine Vielzahl von Vertretern in verschiedenen Grössen, da die Zylinderbohrung und das elastische Schlüsselsystem besonders gut für Strukturversuche geeignet sind. Richard Strauss berichtete bereits in seiner Revision von Berlioz' Instrumentationstheorie über eine Interpretation von Mozarts g-Moll-Symphonie mit einem reinem Clarinettenorchester, das aus verschiedenen Stimmungslagen besteht.

Nahezu alle Clarinetten sind Transponierinstrumente und müssen daher entsprechend beachtet werden. In der heutigen Zeit sind vier Grössen üblich: die "normale" Klarinette in B, in der Klassik eine Klarinette in A um eine halbe Note niedriger gestimmt, aus der Romantik eine Bass-Klarinette in B und aus der späten Romantik eine Hochklarinette in Es.

Eine Klarinette in D wird auch für die Es-Klarinette hergestellt, aber ihre Rolle wird heute meist auf der Es-Klarinette gespielt. Vor allem im Sinfonieorchester und in der symphonischen Bläsermusik, gelegentlich auch im Jazzbereich, ist die B-Klarinette, die eine Terz niedriger klingen als die von B.

Häufig wird ihr Bereich über das'tiefe e' hinaus auf ein Maximum von'c' ausgedehnt, so dass ihr niedrigster Wert das tönende Doppel-B ist. Seltener sind die Hoch-G-Klarinette (es gibt auch eine Tief-G-Klarinette), die "picksüße Hölzl", die ausschliesslich in der Musik der Schrammel in Wien zu hören ist, und die C-Klarinette, die im neunzehnten Jahrhundert eingeführt wurde.

In der Alten Blechbläserei spielt die Hochassklarinette die größte Klarinette und wird nun durch die Es-Klarinette, die im Konzert der Barockklarinette von Johann Melchior Melter oder in der wienerischen Tanz-Musik (Johann Strauss) zu hören ist, abgelöst. In der jüngeren Quartett-Literatur für Klarinette erleben sie heute eine Wiedergeburt.

Mit den so genannten Bassetttasten wird der Bereich des Bassetthornes auf das notierte C (klingendes F) ausgedehnt (ebenso wie die Bass- und Bassett-Klarinette auf das notierte c bzw. C). Somit ist der Bereich vieroktavig. Das Bassettklavier (in A, B oder C) ist das gleiche Horn wie das von Mozart für sein Klarinetten-Konzert KV 622, das nur noch in rekonstruierter Form erhältlich ist.

Sie wurde 1788 vom Hofinstrumentenbauer Theodor Lotz[4] erfunden und von Mozarts befreundeten Anton Stadler (1753-1812) nachgebessert. Die Grundtöne Dis, D, As, H und H hat er der Klarinette hinzugefügt. Die Kontraaltklarinette in Es, die eine Terz niedriger klingen als die Alt-Klarinette in Es, wird im Bläserorchester manchmal dazu benutzt, das tiefe Klarinettenregister neben der Kontrabaßklarinette weiter zu verstärken.

Auch diese sehr niedrig gespielten Clarinetten werden in einigen Musikstücken verwendet (z.B. A Chorus Line, The Producers). Es gibt nur wenige Beispiele für die noch tiefere Alt-Klarinette in Es (zwei oktav niedriger als die Alt-Klarinette in Es) und die Sub-Kontra-Bass-Klarinette in B (drei oktav niedriger als die Klarinette in B).

Kanadischer Klarinettenmacher Steven Fox entwirft für die Bohlen-Pierce-Skala gestimmte Instrumente. Durch die hohe Verträglichkeit dieser Tonleiter mit der Klarinette kann sie auch im Hinblick auf den Tastenmechanismus wesentlich vereinfachen. Fritz Schüller (1883-1977) baute eine Viertelton-Doppelklarinette, die aus zwei benachbarten Clarinetten besteht, die im Vierteltakt aufeinander abgestimmt, aber mit nur einem einzigen Sprachrohr und einem Tastensystem auskommt.

Das Plötzliche Lächeln Klarinette ist eine Verbindung von Klarinetten-Mundstück und Blockflötenkörper und könnte genauer als Chaluméau bezeichnet werden. Erst seit Ende des XVII. Jh. ist das Chaluméau erkennbar und damit nur wenig alter als die Klarinette. Sie hat keine überblasende Taste und wurde nur im Grundregister, d.h. in einem Bereich von einer großen Neuntel, verwendet.

Der wichtigste Erfolg auf dem Weg zur Klarinette war der deutsche Instrumentenmacher Johann Christoph Denner. Das Chalumeau wurde weiterentwickelt, um ein Gerät mit einer zusätzlichen Klappe zum überblasen zu bauen. Da es in der Mitte und in der Höhe einen lautstarken, deutlichen Ton hatte, der an die barocke Posaune (wegen ihres "Clarino-Spiels" auch Klarinette genannt) erinnert, beschrieb Mayer es im "Museum musicum" (1732) als Klarinette, d.h. kleine Posaune.

Weil es den ersten Clarinetten nicht gelungen ist, das tiefere und das höher geblasene Tonregister zugleich in klanglicher und klanglicher Hinsicht zufriedenstellend umzusetzen, wurden die ersten Clarinetten nahezu ausschliesslich im höher geblasenen Tonumfang wiedergegeben. Das unterste der Klarinette wird immer noch als Chalumeauregister bezeichnet. Der Klassiker, wie Mozart ihn gekannt und geliebt hat, hatte endlich (ohne Bassettverlängerung) acht Fingerlöcher und etwa fünf Tasten und war bereits in allen Lagen gut abspielbar.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Entwicklung der Polsterung: Die frühen Klarinettentasten deckten die Klanglöcher mit Vliesscheiben ab. 1812 entwickelt der russische Klarinettenspieler Iwan Müller einen neuartigen Lederbezug, der das ganze Fenster zum ersten Mal hermetisch verschließt. Eine Klarinette mit sechs Fingern und dreizehn Tasten, die in nahezu jeder beliebigen Stimmung problemlos zu spielen war.

Inzwischen ist die Böhm-Klarinette jedoch neben dem deutschsprachigen Raum zum internationalen Standard-Instrument geworden. Eine weitere Bohrungen, dicke Wände und eine andere Mundstückspur unterscheiden die Wien-Klarinette von ihrer schwäbischen Vorgängerin. Viennese leaves sind weiter und kräftiger als German leaves[5] und haben einen anderen Kern. Das österreichische Orchester - neben anderen wienerischen Musikinstrumenten wie z. B. Waldhorn, Wienische Waldhorn, Wienische Pauken, Wienerschlagzeug - erhält durch die Klarinette ihren typisch wienerischen Klang.

Unter den vielen Klarinetten- und Klavierwerken sind die beiden Brahms' Werke, die Fantasy-Stücke von Robert Schumann und die vier Werke von Albert Berg besonders zu erwähnen. Zu den weiteren Komponisten gehören Felix Draeseke, Camille Saint-Saëns, Max Reger, Arnold Bax, Paul Hindemith, Francis Poulenc (Sonate für Klarinette und Klavier), Josef Schelb, Leonard Bernstein und Aaron Copland.

Außerdem gibt es eine reichhaltige Klarinettenliteratur, darunter das berühmte Klarinetten-Konzert KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart. Carl Maria von Weber, Ludwig Spohr, Felix B. Bartholdy, Franz Krommer, Johann Melchior Melter und Angehörige der Familie Stamitz komponierten ebenfalls populäre und immer noch viel gespielte Klarinetten-Konzerte. Antonio Salieri schrieb auch eine so genannte Picciola Sinfonia für Klarinette und konzertantes Klavier, die als Einführung in den zweiten Teil seiner Arbeit Die Nigger diente.

Erwähnenswert ist auch das Klarinetten-Konzert von Carl Nielsen. Das Klavierkonzert von Jean Françaix (1968) stellt einen technischen und musikalischen Gipfelpunkt dar, wird aber wegen seiner großen Ansprüche an Solisten und Orchestermusiker nur in Ausnahmefällen gespielt. Vor allem im zwanzigsten Jh. erhielt die komplett allein stehende Klarinette von vielen Komponistinnen und Komponisten Solo-Kompositionen.

Ohne Klarinette gibt es in der Blaskammermusik kaum eine Aufführung. Bei Harmoniemusik, Blasoktette und Sextetten gibt es meist zwei, im Holzblasquintett einen Klarinettenpart. Ein weiteres wichtiges Instrumentarium ist das Ensemble der modernen Klarinette mit Klarinette, Bassetthörner, Es-Klarinette, Baßklarinette, Saxophon oder das Quartett aus zwei Clarinetten, Basshorn und Bass- Klarinette. Die Klarinette ist auch in den Quintetts für Piano und Blasinstrumente von Mozart und Ludwig van den Großen eine bedeutende Figur.

Bei gemischter kammermusikalischer Musik (Bläser und Streicher) ist vor allem das Klarinetten-Quintett zu erwähnen, das den Sound eines Soloblasinstruments mit einem Saitenquartett verbindet. Die Klarinette hat in der großen Mischbesetzung, wie im Schubert-Oktett oder Beethovens Septett, oft den Hauptteil mit der ersten Geigen. Bekannte Komponisten haben Mozart (Klarinette, Bratsche, Klavier) und Brahms (Klarinette, Violoncello, Klavier) geschrieben.

In seinem Streichquartett (Quatuor pour la fin du temps) beschäftigt sich Oliver Messiaen mit Klarinette, Geige, Violoncello und Klavier. Möglicherweise ist das wohl berühmteste Werk für zwei Clarinetten die Klaviersonate für zwei Clarinetten RP7 von Francis Poulenc. Nur mit der weiteren Entwicklung zur Klarinette konnte sich das Gerät neben den anderen Holzblasinstrumenten durchsetzen.

Beim Symphonieorchester sitzt der Klarinettist in der Regel neben den Fagotisten in der zweiten Reihe der Holzbläser, die ersten Blasinstrumente der beiden Ensembles (Soloklarinettist und Solofagottist) sitzend. "Allerdings verweist dieses Angebot auf die Hofkirche Salzburg, die erst 1804 die Klarinette benutzte. Die Klarinette wurde in der militärischen Musik des Fürsterzbischofs ab 1769 wiederverwendet.

Von da an versuchte Mozart, dieses auch in Österreich in das Ensemble zu übernehmen, und es ist ihm zu verdanken, dass die Klarinette in Beethovens Sinfonien bereits jetzt zu den Bläsern zählt und gleichberechtigt mit den Oboen und Flöten auftritt. Damals wurden im Allgemeinen zwei Clarinetten im Ensemble gespielt.

Für viele romantische Kompositionen ist die Klarinette, vergleichbar mit der Barockoboe, das bevorzugte Werkzeug für vertraute, stimmliche Abschnitte (z.B. in den Sinfonien von Brahms oder Mendelssohn). Zudem vergrössert sich die Klarinetten-Gruppe im Ensemble, oft werden drei oder mehr Musiker eingesetzt, von denen einige auch Sekundärinstrumente mitspielen.

Beispielsweise nimmt die Bass- Klarinette im Orchester der Romantik (z.B. in den Opernaufführungen von Richard Wagner) eine immer größere Sonderstellung ein. Der Klarinettenpart aus Werken von Richard Strauss ist so bedeutsam und fordernd, dass er nach wie vor als Pflichtstück für Probespiele benötigt wird. Einzelkomponisten (z.B. Shostakovich in seiner Opera Lady Macbeth von Mzensk) haben bis zu fünf oder sieben (Richard Strauss, Elektra) Klarinettenspieler besetzt.

Anfang des zwanzigsten Jahrhundert prägte der neue Jazzmusiker auch die Musik, und natürlich wurde die Klarinette immer häufiger als gemeinsames Jazzinstrument eingesetzt, das auch im Ensemble mitwirkt. Die Klarinette wird von neueren Musikern vor allem wegen ihrer Beweglichkeit in allen Lagen geschätzt. Die Klarinette wird in Blechbläsern und Militärkapelle unter anderem für rasche Solo-Passagen eingesetzt.

Bei der Bearbeitung sinfonischer Blasmusik übernimmt oft die Klarinette, aufgeteilt in zwei oder mehr Klanggruppen, die Violinstimmen. Die Klarinette wird in der böhmisch-mährischen Folklore in der Regel zweisprachig (Es und Bb) gespielt und hat neben den eigenen Solo-Passagen eine dekorative Wirkung. Die Klarinette war vor allem im Frühjazz ein Zentralinstrument, der Höhepunkt ihrer Beliebtheit lag in der Dixieland-Jazz- und Big-Band-Ära der 30er und 40er Jahre, als Klarinettenspieler wie Sidney Bechet, Benny Goodman, Artie Shaw, Johnny Dodds, George Lewis und Woody Herman die wohl erfolgreichste Entertainmentgruppe ihrer Zeit waren.

Ende der 1940er Jahre ging die Popularität der großen Bands zurück und das Gerät verlor seine zentrale Form. In der Wiedergeburt des Dixieland in den 1950er Jahren wurden Klarinettenspieler wie Hugo Strasser, Acker Bilk und Monty Sunshine bekannt und erreichten mit ihrer Melodie gar die Schlagerparaden der populären Volksmusik. Auch wenn einige Künstler wie Eric Dolphy, Buddy DeFranco, Tony Scott, Jimmy Giuffre, Rolf Kühn, Perry Robinson, Theo Jörgensmann oder John Carter sie für Bebop und Free Jazz nutzten, hat die Klarinette noch nicht ihren ursprünglichen Status erreicht.

Johannes-Christian Michel ist von der kirchlichen Tradition Johann Sebastian Bachs und dem anspruchsvollem "europäischen" Jazzmusiker begeistert und interpretiert seine Werke und Bearbeitungen auf der Klarinette. Die deutschen Klarinetten spielen Improvisationen der kammermusikalischen Kunst, in denen jazzige Arrangements von Elementen des Jazzes und der Neuen Welt kombiniert werden. Woody Allen ist auch Klarinettist (Albert-System) und hat selbst die Klarinette in den Aufzeichnungen seiner Filmmusik mitgespielt.

Die Klarinette wird von dem englischen Komponisten John Helliwell als Hauptmelodieinstrument in der Rockband Supertramp eingesetzt. Bei Coppelius werden häufig Solos verwendet, die an Gitarrensolos im Sound erinnerten. Die Klarinette wird im Bereich des Jazzes und der populären Volksmusik in Amerika traditionsgemäß mit einem ausgeprägten Vibrator wiedergegeben. Die Klarinette dagegen wird in der Klassik, in der Volksmusik und in der Blechbläserei traditionsgemäß mit einem so geradlinigen und gleichmäßigen Klangbild wie möglich wiedergegeben.

Anders als Streicher, Sänger, Flötist Innen und OboistInnen lehnen klassische KlarinettistInnen das Vibrato ab. Alleine in Amerika - beeinflußt vom Jazzmusiker - wurde Vibrato oft in der Klassik verwendet. Die Klarinette wird in den Werken von Giora Feidman und Joel Rubin sowie in der Folklore Osteuropas (Iwo Papasow) als Solo- und Begleitungsinstrument verwendet.

Die Klarinette ist gerade auf dem Balkan ein Standard-Instrument, selbst in der Kleinstbesetzung. Die Klarinette ist in der alpinen Folklore nicht ganz so unverzichtbar, aber dennoch bedeutend. Die Klarinette (Clarino) hat in Griechenland eine große Bedeutung in der klassischen Tanz-, Hochzeits- und Trauermusik. In der Instrumentierung der Klage gibt es oft eine Solo-Klarinette, oft mit Improvisationen.

Erster großer Klarinettenstar war Anton Stadler (1753-1812), dem Wolfgang Amadeus Mozart nahezu alle seine Arbeiten für Klarinette, Basshorn oder Bassett-Klarinette vorlegte. Auch Carl Baermann war Mitglied der Klarinette und verfasste mehrere Konzerte und eine Klarinettistenschule, die bis heute in Gebrauch ist. Louis Spohr, der im Unterschied zu Weber die in der Klarinette noch bestehenden Schwierigkeiten nicht berücksichtigte, widmet ihm seine vier Klarinetten-Konzerte.

Die " Unbarmherzigkeit " von Spohr hat Hermstedt veranlasst, das Gerät weiter zu entwickeln. Johannes Brahms, der in den 1890er Jahren tatsächlich nicht mehr komponierte, war auch durch den wunderschönen Klang des autodidaktischen Richard Mühlfeld (1856-1907) dazu veranlasst, kurz vor seinem Tod einige Klarinettenstücke zu schreiben. Aaron Copland und Paul Hindemith haben für Benny Goodman ihre bekannten Klarinetten-Konzerte komponiert.

Béla Bartók widmet Goodman auch seine Gegensätze für Geige, Klarinette und Piano. Andere wichtige Musikanten sind in der Klarinettistenliste aufgelistet. Sie können wie so viele andere Musikinstrumente auch die Klarinette im privaten Bereich, an Musikhochschulen, Wintergärten oder Kunstschulen unterrichten. Es ist wichtig, vor dem Kauf eines Instrumentes den zukünftigen Kursleiter zu konsultieren, der den Kursteilnehmer bei der Auswahl des Instrumentes und der Klarinette berät.

Ein guter Klarinettist sollte neben Fingertechnik, Körperhaltung, Atmungstechnik und Herangehensweise auch Tips für die Arbeit am Rohrblatt mitbringen. Bei Klarinettenensembles, Bläserensembles, Amateur- oder Schülerorchestern kann der Oberstufe seine erste spielerische Praxis vermittelt werden. Bedeutende Studien und Schularbeiten für Klarinette sind von Kalman Opperman, Carl Baermann, Friedrich Berr, Giovanni Battista Gambaro, Hyacinthe Klosé, Fritz Kröpsch, Rudolf Jettel, Ernesto Cavallini, Paul Jeanjean, Alfred Uhl und Reiner Wehle. Hier finden Sie die wichtigsten Werke.

Jürgen Meyer: Zur Klarinettenakustik. Inszenierung: Conny Restle, Heike Frike (Hrsg.): Begeisterung Klarinette. Band 7: Beitrag "Klarinette". Eugen Brixel: Die Klarinette und das Saxofon. Hefte Nr. 2 x Musikverleger Stefan Reischel, Osnabrücker Öst 1983, Jack Brymer: Die Klarinette. Fischertaschenbuch, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-596-22986-3, Günter Dullat: Klartext.

Die Yale University Press, New Haven und London 2008 ISBN 978-0-300-10282-6 Gerhard Krassnitzer: Mehrklänge für Klarinette mit deutscher Systematik und anderen zeitgenössischen Spielweisen. Der Klarinette. Die Cambridge University Press, Cambridge 1995, ISBN 0-521-47668-2, Peter Ninaus: Die Fingertechnik der Klarinette. MÜNCHEN 2009, ISBN 978-3-640-40823-8 Peter Ninaus: Anforderungen an den Blasunterricht am Beispiel der Klarinette.

MÜNCHEN 2009, ISBN 978-3-638-67545-1 Conny Restle, Heike Frickke (Hrsg.): Begeisterung Klarinette. Presseverlag, München 2004, ISBN 3-7913-3180-9 Thomas Sattler-Fujimoto: Klarinette - Mit allen Sinnen Genießen, Selbstverlag Wiesbaden 2007 Erich Valentin: Handbuch für Instrumente. Hans-Jürgen Schaal: Das unmöglich Gerät - Wie die Klarinette zu dem wurde, was sie ist.

Hans-Jürgen Schaal: Jazzinstrumente: Die Klarinette.

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